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Artikel vom 02.01.2023

Gedächtnis auffrischen per Selbstauskunft - Amazon weiß alles!



Wenn die Drohne klingelt: Im US-Weihnachtsgeschäft ging ein neues Amazon-Pilotprojekt an den Start. Nicht Santa, sondern Amazon Prime Air brachte die Pakete. Dazu nötig: Daten wie Trackinginformationen u. v. m. Schließlich hat Amazon einen Ruf zu verteidigen - als Datenkrake ersten Ranges. Welche Daten Amazon über Käufer sammelt? Einfach alle.

Noch mehr Überblick für Amazon: Paketdienst per Drohne

Nachdem die US-Luftfahrtbehörde im August ihr Okay erteilt hatte, hat Onlineversandhändler Amazon seinen neuen Lieferservice im Weihnachtsgeschäft getestet. Amazon Prime Air fliegt aus kleinen Orten wie Lockeford in Kalifornien und College Station in Texas Kunden in der Umgebung an, die sich für den Dienst registriert haben. Nach Bestellaufgabe bekommt der Kunde, darunter etliche Senioren, eine Nachricht mit Trackinginformationen und Schätzung der Lieferzeit. Geht alles glatt, schwebt die Drohne schon eine Stunde später in den Hinterhof ein, setzt das Paket ab - und Amazon bestätigt die sichere Zustellung an die Adresse.

Was sich erfassen lässt, wird gespeichert

Alexa dagegen ist als Amazon-Gadget längst etabliert: Die sympathische Sprachassistentin ist praktisch, aber auch hungrig nach Verbraucherdaten. Sogar die britische Polizei setzt Amazon-Geräte ein. Leider ist Amazon eine Datenkrake, die über eine riesige Datensammlung verfügt, weil sie einfach alle Käuferdaten, die sich irgendwie erfassen lassen, sammelt. Aber das tun andere Online-Händler doch auch? Richtig, aber nicht in diesem Ausmaß. Neben Konten-, Adress- und Bestelldaten finden sich in Kundendatensätzen Infos zum Nutzerverhalten aller Art. Schließlich sind Daten die Währung digitaler Welten - und Amazon pflegt ein besonderes System der Datenerfassung. So berichtete z. B. ZDFzoom über das engmaschig verknüpfte Datensammelnetzwerk.

Gläsern sein? Bei Amazon bestellen

Die Amazon-Strategie zielt darauf ab, jeden Teil des Lebens zu erreichen. Dazu beschäftigt Amazon ein eigenes Forschungsteam für Kundenverhalten, um anhand kleinster Datendetails genaue Profile jedes Käufers zu erstellen. Amazon weiß, wie Ihre Kinder heißen und anhand hochgeladener Fotos, wie diese aussehen. Oder womit Sie Ihr Haus beheizen. Fälle, in denen sich Amazon-Mitarbeiter für die bestellten Sexspielzeuge Prominenter wie Kanye West interessierten, machten Schlagzeilen. Dabei speichert der Konzern nicht nur ausgiebig, sondern auch jahrzehntelang. Aber relativ intransparent für die betroffenen Kunden - und wer bei Amazon bestellen will, muss die komplexen, umfangreichen Datenschutz-Informationen des Konzerns abnicken. Dann darf gesucht, geklickt, gekauft werden, während Amazon im Hintergrund sammelt.

Abfragen, was der Riesenkrake über Sie speichert?

Sei Mai 2018 verpflichtet die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) Unternehmen, Verbraucherbitten um Selbstauskunft nachzukommen. Wer seine Amazon-Daten trotz des komplizierten Zugangswegs auf der Website erfolgreich angefordert hat, erhält einen Download-Link. In der Vergangenheit geschah es leider, dass solche ZIP-Dateien durch Zustellungslecks in falsche Hände gerieten. Aber auch, wer die umfangreichen Datensätze im dreistelligen Megabyte-Bereich sichtet, sieht sich tausenden, nicht aufbereiteten zip-, csv-, json- und pdf-Dateien aus ca. 30 Kategorien gegenüber, mit denen Ottonnormalverbraucher wenig anfangen können. Bislang genügt diese Art der Selbstauskunft noch den Datenschutzanforderungen. Die Stiftung Warentest kritisiert diese Praxis seit Jahren - und nahm dazu auch Facebook, Google, Zalando, Parship u. v. m. in den Blick. Fazit: Eine Selbstauskunft, die nur IT-Fachleute lesen könnten, sei quasi wertlos.

Datensätze entschlüsselt: Dinge sehen, die längst vergessen schienen

Übersichtlich und nutzerfreundlich geht anders. Wer es schafft, seine Datensätze zu entschlüsseln, findet Hinweise auf alle jemals erhaltenen Mails, Jahrzehnte alte Geschenke-Wunschlisten und Einkaufsstatistiken (Retail.OrderHistory). Außerdem sammelt Amazon Daten dazu, wieviel Saft der Akku des Amazon-Kindle-Lesegerätes an einem bestimmten Datum zu einer bestimmten Uhrzeit hatte. Unterhaltungen mit Alexa? Stehen als komplette Abschrift in der Selbstauskunft. Kreditkartenzahlung geplatzt? Ebenfalls auf den Tag genau vermerkt. Noch mehr Daten gibt es zu Verbrauchern, die Amazons eigene Apps, Spiele und Hörbücher nutzen oder sich dafür interessieren, welche Filme sie schon auf Prime Video geschaut haben - alles ist da. So verwundert es kaum, dass der US-Konzern auch Datensätze zum geschätzten Einkommen und zu vermuteten Wohn- und Familienverhältnissen anlegt. Woher hat Amazon all diese Daten? Nicht nur von den Nutzern selbst, sondern auch von Partnerunternehmen, die Nutzerdaten mit dem Konzern tauschen.

Hilfe! Das muss sich doch löschen lassen?

Einiges lässt sich löschen, aber längst nicht alles. Dazu zählen z. B. die Alexa-Protokolle. Im Sprachaufnahmen-Verlauf steht, was Alexa von Minute Eins an aufgezeichnet hat - und lässt sich bei Bedarf noch einmal anhören. Wer im Datumsbereich auf Gesamter Verlauf klickt, befördert all dies ins Nirwana. Unglaublich - warum darf Amazon all dies scheinbar endlos aufbewahren? Weil Daten zu Kundentransaktionen so lange gespeichert werden dürfen, wie sie für ein Unternehmen geschäftlich bzw. betriebswirtschaftlich relevant sind. Weshalb Sie Ihre Daten als Amazon-Kunde nicht komplett entfernen lassen können, denn dazu müssen Sie Ihr Konto dort auflösen. Nur dann muss Amazon Ihre Datensätze fristgemäß löschen.

Lieferdrohnen? Gern, aber bitte datenschutzkonform!

Auch die neuen autonom fliegenden Drohnen haben Datensammelpotenzial. Die unbemannten Flugobjekte arbeiten über Algorithmen eines Sense-and-Avoid-Systems, um Crashs mit Leitungen oder Schornsteinen zu vermeiden, fliegen mit 80 km/h etwa 120 Meter über dem Boden und transportieren Fracht bis 2,5 Kilo. Aber auch in Deutschland tut sich was: Ein Projekt der Frankfurter Hochschule UAS hat eine eigene batteriebetriebene Lieferdrohne mit Softwaresteuerung entwickelt, um - der Amazon-Argumentation folgend - die Versorgung auf dem Land zu verbessern. So lange nicht wirklich klar ist, was dabei alles an Daten wie z. B. Videos gesammelt wird, ist gesunde Skepsis angebracht. Nicht nur hierzulange fordern Datenschützer im Amazon-Kontext mehr Transparenz, Verbote und Löschfristen. Während Amazon beim Drohnenflug hochfliegende Wünsche hat, erlaubt die amerikanische Federal Aviation Administration längst nicht alles - die Sicherheits- und Datenschutzbedenken sind einfach zu groß.


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