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Artikel vom 27.04.2020

Handyvertrag, Leasing, Kredit ohne Schufa®*: Vorsicht, Falle!



Angebote ohne Schufa®* - für Menschen mit negativer Bonität oft der einzige Weg, um an einen Handyvertrag oder Geräte von Laptop bis Waschmaschine zu kommen. Wer das Netz auf der Suche nach Produkten ohne Schufa®* durchforstet, wird schnell fündig: Betrüger schlagen aus der Not von Verbrauchern mit schlechtem Schufa®*-Score Kapital. Aktuellste Betrugsmasche: Handyverträge plus Smartphone - gegen satte Vorauszahlung.

Handyvertrag ohne Schufa®* gegen Anzahlung

Aktuell deckte RTL eine besonders dreiste Betrugsmasche auf: Auf Facebook bewarb ein Unternehmen Handyverträge einschließlich Smartphone. Auf die übliche Schufa®*prüfung wurde dabei verzichtet. Der Haken? Gegen Anzahlung stellte die Firma sofortige Lieferung in Aussicht, zur Begleichung des Restbetrages wurde monatliche Ratenzahlung vereinbart. So leisteten Betroffene Anzahlungen in dreistelliger Höhe - für Menschen in der Coronakrise, in Zeiten von Kurzarbeit oder für von der Insolvenz bedrohte Kleinbetriebe sehr viel Geld. Waren Beträge von um 120 Euro überwiesen, herrschte leider Funkstille: Weder Handyvertrag noch Lieferung kamen. Auf Nachfrage halten die - im aktuellen Fall bereits polizeibekannten - Betrüger die Käufer unter Drohungen hin. Und dann? Tauchen diese Firmen ab - nicht mehr auffindbar.

Smartphones für Verbraucher mit negativer Schufa®*

Die Masche ist nicht ganz neu: Schon 2017 entpuppte sich eine Variante, bei der Menschen mit Schufa®*-Eintrag Smartphones angeboten wurden - Schadenshöhe 500.000 Euro. Viele dieser Handys wechselten jedoch auf dem Schwarzmarkt den Besitzer. Der Betrug flog auf: Zwei Männer in Rüsselsheim standen wegen bandenmäßigen Betruges vor Gericht, selbst nur zwei kleine Fische im Kontext eines Großcoups. Sie hatten auf eigenen Namen Smartphones angekauft und dann an Menschen mit negativer Schufa®* weitergegeben. Eine Dienstleistung, für die sie ein Honorar kassierten. Jetzt müssen die Verurteilten selbst Schulden aus den betreffenden Handyverträgen abstottern.

Angebote ohne Schufa®*: Draufzahlen die Regel

Was sich so harmlos schufafrei nennt, ist ein Blick in den Abgrund - auf ein breitgefächertes Sortiment an Produkten und Dienstleistungen, die finanzielle Notlagen von Verbrauchern wie Hartz IV Beziehern gewissenlos ausnutzen. Allen gemeinsam: Käufer müssen in Vorleistung treten, Anzahlungen und horrende Vermittlungsgebühren versickern im Nirwana, die versprochene Leistung bleibt aus. Und fließt Geld, schnappt die Kredithaifalle zu, inklusive Gewaltandrohung: Bei Nichtzahlung der Kreditraten rücken als als "russisch Inkasso" berüchtigten Geldeintreiber an. Oder der Kredit ohne Schufa®* kommt nur unter Bedingungen zustande: Angeblich verlangt die Bank eine Lebensversicherung als Absicherung. Ist diese - übrigens ganz legal - abgeschlossen, taucht der Vermittler ab. Wer trotzdem ein Darlehen ohne Schufa®* ergattert, muss oft Zinshöhen bis 20 Prozent in Kauf nehmen. Konditionen, die sich aber erst enthüllen, wenn der Interessent an der Angel hängt. Überall, auch beim Leasing ohne Schufa®*, wird mit deutlich günstigen Kondotionen geworben, als regulär im Marktsegment üblich ist. Besondere Vorsicht ist geboten bei:

- Firmensitz im Ausland
- Vermittlungsgebühren im Vorab
- extrem günstigen Zinssätzen
- 0% Anzahlung
- keine bzw. nicht erreichbare Kontaktinfos auf der Website

Seriöse Angebote? Nicht ohne Minimalbedingungen

Denn die Faustregel lautet: Für eine seriöse Angebotsanfrage, ob Kredit mit oder ohne Schufa®*, entstehen im Vorfeld nie Kosten für die Vermittlung oder Bearbeitungsgebühren. Auch wo Unterlagen nur kostenpflichtig per Nachnahme zu bekommen sind, steckt gern Betrug dahinter. Denn seriöse Vermittler verdienen ihr Geld nicht über derartige Gebühren, sondern im Erfolgsfall an der Provision der jeweils kreditgebenden Bank. Außerdem ist - auch bei seriösen Angeboten ohne Schufa®* von Kredit bis Handyvertrag - der Vertragsabschluss an ein paar Bedingungen geknüpft wie z. B.

- keine unbezahlten Rechnungen
- kein Sperrvermerk bei der Telekom
- deutsche Bankverbindung
- deutscher Wohnsitz
- Mindestalter 18 Jahre

Was nicht passt, passend machen: Ist es das wert?

Keine weiße Bonitätsweste? Besser, Sie prüfen im Vorfeld, wie es um Ihre Kreditwürdigkeit genau bestellt ist - per Schufa®* Selbstauskunft §34 BDSG. Was steht drin, was hat die Schufa®* über Sie gespeichert? Nur, wer dies weiß, kann seine Kreditwürdigkeit verbessern. Verschaffen Sie sich Klarheit - bevor Sie Handypreise vergleichen oder Kaufwünsche abschicken: Mit jeder Kaufanfrage startet der automatische Online-Durchlauf der Bonitätsprüfung. Bei negativer Schufa®* lautet die Antwort fast immer Sofortzahlung, Vorkasse - oder "Kreditanfrage abgelehnt". Kurz, schlechte Schufa®* schiebt einfachsten Aktivitäten einen Riegel vor, von Autohändler über Handyvertrag bis Girokonto. Trotzdem: Widerstehen Sie der Versuchung. Vornamen ändern, Handyvertrag mit den Bankdaten von der Tochter im Grundschulalter schließen? Kein Kavaliersdelikt, sondern Betrug gem. §263 StGB, auf den eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren steht.


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