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Artikel vom 27.04.2023

Restschuldbefreiung: Schufa verkürzt Speicherfrist auf sechs Monate



Nach erfolgreicher Privatinsolvenz winkt ein Neustart mit weißer Weste - eigentlich. Denn die Praxis von Wirtschaftsauskunfteien legte dem bisher Steine in den Weg: Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, kurz Schufa, speicherte solche Daten eigenmächtig für drei weitere Jahre. Jetzt löscht die Schufa Einträge von 250.000 Bürgern. Wieso denkt man plötztlich um? Und welche Verbraucher profitieren?

Schufa löscht Privatinsolvenz-Daten nach sechs Monaten

Manchmal braucht es Druck. Wie laufende Gerichtsverfahren: Jetzt kündigte die Schufa eine Verkürzung der Speicherfrist auf sechs Monate an - umgesetzt bis Ende April 2023. Demonstrativ wurden Daten von über 250.000 Bürgern mit erfolgreich durchlaufener Privatinsolvenz, auch Verbraucherinsolvenz, gelöscht. Nur ein kleiner Teil der Verschuldeten in Deutschland, denn der Schuldneratlas 2022 verzeichnet unter den 18- bis 30-Jährigen mehr als 740.000 überschuldete Verbraucher; in der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen sind es noch mehr. Etliche davon dürften in den kommenden Jahren von der Möglichkeit Gebrauch machen, durch eine Verbraucherinsolvenz Schuldenfreiheit und eine neue Chance zu erhalten.

Schuldenfrei, trotzdem weiter nicht kreditwürdig?

Denn bei Restschuldbefreiung werden Verschuldeten nach maximal drei Jahren alle restlichen, noch nicht beglichenen Schulden erlassen. Ist nach langem Wohlverhalten endlich die Restschuldbefreiung am Ende des Verbraucherinsolvenzverfahrens erteilt, wird diese Information für sechs Monate im Internet veröffentlicht - und dann gelöscht. Doch Auskunfteien saugten diese Daten bisher vor Fristablauf ab, um sie in Eigenregie drei Jahre zu speichern und für Schufa-Partner wie Banken, Telefonanbieter oder Onlinehandel nutzbar zu machen. So konnten sich diese bei der Bewertung des Kreditrisikos eines Kunden weiter darauf stützen. Eine Schufa-Speicherpraxis, die den Europäischen Gerichtshof (EuGH) und den Bundesgerichtshof (BGH) auf den Plan rief.

Was macht die Verkürzung der Speicherfrist so wichtig?

Wo Einträge mich nicht mehr gegenüber Anbietern und Unternehmen als ehemalig Verschuldeten ausweisen, kann ich wieder am Wirtschaftsleben teilnehmen. Eine Verbesserung der Bonität, gespiegelt im Schufa-Scorewert von 0 bis 100, ist entscheidend, um im Run auf die begehrte Mietwohnung zu punkten - oder die Schufa-Prüfung beim Kauf des 49-Euro-Abos zu bestehen. Wenngleich der Weg zum 49-Euro-Ticket weiter vielen Verschuldeten mit Negativeinträgen verschlossen bleibt. Aber auch das soll sich nun ändern: Der Verband deutscher Verkehrsunternehmen reagierte auf den Sturm der Entrüstung - und möchte z. B. über Lösungen wie einer Bezahlung per Vorkasse nachdenken. Wie so oft, ist auch hier Wissen Macht. Die Schufa besitzt nahezu flächendeckende Daten zu fast jedem volljährigen Verbraucher in Deutschland. Ein Girokonto zu eröffnen genügt schon. Bank oder Sparkasse ist im Datenaustausch mit der Schufa - der erste Vermerk ist da. Negative Schufa-Einträge? Entstehen u. a., wenn Rechnungen nach zwei Mahnungen nicht bezahlt werden bzw. diesen Mahnungen nicht widersprochen wird. Vollstreckungen von Titeln, um solche Beträge einzutreiben, Inkasso-Aktivität und auch eine Privatinsolvenz treiben den Score weiter in den Keller.

Wie gut ist Ihre Bonität? Schufa Selbstauskunft anfordern

Wie sich dieser Scorewert allerdings konkret berechnet, bleibt weiter Geschäftsgeheimnis von Deutschlands größter Wirtschaftsauskunftei. Sie interessieren sich dafür, wie Ihre Bonität in Prozent bei der Schufa rankt - und was man dort alles über Sie gespeichert hat? Eine kostenlose Selbstauskunft gem. EU-Datenschutzgrundverordnung, auch Datenkopie, einmal oder ggf. auch mehrmals im Jahr möglich, bringt Licht ins Bonitätsdunkel! Aber: Diese Daten können nach drei Monaten wieder ganz andere sein. Schnell und genau prüfen kann sich lohnen, da auch die Schufa Fehler macht. Veraltete oder schlicht falsche Daten tauchen in der Selbstauskunft auf? Auf Anfrage ist die Schufa verpflichtet, solche bonitätsschädigenden Fehler umgehend zu korrigieren bzw. bis zur Klärung zu sperren.

Kippt der Europäische Gerichtshof die Schufa-Speicherpraxis?

Darüber hinaus können Sie negative Schufa-Einträge auch schon vor Fristablauf löschen lassen! Voraussetzung ist eine Schuld von maximal 2.000 Euro, ein Begleichen spätestens sechs Wochen nach Schufaeintrag und dass noch kein gerichtliches Mahrverfahren eröffnet wurde. Vielleicht zählen Sie aber als erfolgreich Restschuldbefreiter zu den Betroffenen der neuen Friständerung: Im März kritisierte der zuständige EuGH-Generalanwalt am Beispiel von zwei Schufa-Fällen die bisherige Praxis in Deutschland, diese widerspreche dem seit 2018 geltendem EU-Datenschutzrecht. Erfahrungsgemäß kann damit gerechnet werden, dass die EuGH-Richter dieser Bewertung des Generalanwalts folgen. Nach Klärung durch den EuGH wird sich der BGH der Entscheidung anschließen.


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