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Artikel vom 14.06.2021

Inkasso-Ärger: Schwarze Schafe und unberechtigte Forderungen? Handeln!



Plötzlich lag sie im Briefkasten: Eine unerklärliche Forderung. Außerdem war in dem Schreiben von negativem SCHUFA®*-Eintrag und Kreditunwürdigkeit die Rede. Wie verhalten Sie sich, wenn Sie Inkasso-Briefe bekommen, die Sie sich nicht erklären können? Und woran erkennen Sie ein seriöses Inkasso-Büro?

Polizei warnt vor falschen Inkasso-Briefen

Etwas, das jeden Tag in Deutschland dutzende Male passiert: Briefe und E-Mails mit unerklärlichen oder unberechtigten Forderungen flattern ins Haus, gespickt mit SCHUFA®*-Eintragsdrohungen. Im aktuellen Fall einer RTL-Zuschauerin forderte ein Inkasso-Büro 300 Euro, angeblich aus einer Rechnung der Telefónica - hier mischte sich der Sender aufklärend ein. Selten bleibt es bei einem Schreiben, sondern die Forderungen steigen mit jedem weiteren Brief. Immer wieder warnt die Polizei vor falschen Forderungen durch Inkassofirmen. Wie z. B. jetzt im Kreis Euskirchen, wo Schreiben an zahlreiche Haushalte verteilt wurden. In diesen ist von offenen Forderungen eines Lottoanbieters die Rede, inklusive Mahnkosten und vorgerichtlichen Inkassokosten in dreistelliger Höhe - auf ein Konto in Griechenland zu überweisen. Polizei und Verbraucherzentrale raten Betroffenen, keinesfalls zu zahlen.

Drohkulisse Streamingportale: Firmen gibt es gar nicht

Aktuell reißt auch der Ärger mit Streamingportalen nicht ab. Betroffen sind vor allem Kinder und Jugendliche. Wer eine kostenlose Testphase bucht, muss danach direkt zahlen - zum Teil über 300 Euro pro Jahr. Aber wer sein Abo kündigen will, erlebt eine Überraschung: Die Firma im Impressum existiert nicht, kassiert wird trotzdem. Nun kommen Rechnungen von Inkassobüros, die es offiziell ebenso wenig gibt. Das Geld geht auf Konten von Betrügern - und wer überweist, erhält dennoch weiterhin Zahlungsaufforderungen. Das Problem: Wie gegen jemanden vorgehen, den es offiziell gar nicht gibt? Die Verbraucherzentrale hat jetzt die Ermittlungsbehörden eingeschaltet. Besonders perfide: Die Schreiben der Streaming-Portale arbeiten mit massivem Druck, indem sie drohen, Registrierungsdaten wie IP-Adresse, Betriebssystem, Browser und Internetanbieter an die Behörden zu senden. So könnten Person und Anschrift identifiziert werden; mit zusätzlichen Anwalts-, Inkasso- und Gerichtskosten sei zu rechnen. Die entsprechenden E-Mail-Betreffzeilen reichen von "Pfändungstermin am ..." bis zu "Letzte Zahlungsaufforderung vor Klage!"

Pfändungen? Geht nicht ohne weiteres

Leere Drohungen: Um die genannten Maßnahmen durchzusetzen, ist in Deutschland zum Glück ein bestimmter Weg einzuhalten, mit Antrag beim Mahngericht, Anhörung des Betroffenen und anschließendem Gerichtsbeschluss. Kein Inkasso-Unternehmen darf Amtshandlungen wie z. B. Pfändungen durchführen. Aber wie sollten Sie reagieren? Gar nicht. Firmen, die nicht existieren und Datenmissbrauch begehen, sind Betrüger. Lassen Sie sich durch Mail- oder Briefflut nicht einschüchtern, sondern erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Woran erkennen Sie seriöses Inkasso?

Eigentlich erbringen Inkasso-Büros eine ganz normale Dienstleistung - auch wenn schwarze Schafe am Image der Branche kratzen. Gute Firmen sind in telefonischem Mahnwesen geschult, verfügen über das nötige Fingerspitzengefühl und agieren höflich und freundlich im Umgang mit Schuldnern. Außerdem sind sie registriert, was bestimmte Eignungsmerkmale und Kenntnisse voraussetzt, geregelt im Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG). Das für sie zuständige Zivilgericht hat die Aufsicht über das Inkassounternehmen. Wer wo zuständig ist, können Sie auf rechtsdienstleistungsregister.de erfahren. Ein Großteil dieser ist Mitglied im weltweit zweitgrößten Inkassoverband, dem BDIU (Bund deutscher Inkassounternehmen) und hat sich den Anforderungen des Verbandes bzgl. redlicher Berufsausübung verpflichtet. Die Mitgliederliste findet sich auf inkasso.de.

Inkasso-Ärger? Beschwerdestelle des BDIU kontaktieren

Ist eine Forderung berechtigt, ist sie zu bezahlen. Doch woher wissen Sie, ob die erhaltene Forderung tatsächlich besteht? Seriöse Inkassofirmen prüfen dies, bevor sie aktiv werden - oder geben im Zweifel den Auftrag an den Gläubiger zurück. Wenn ein Betroffener berechtigte Einwände gegen eine Forderung äußert und dies dem Inkassounternehmen mitteilt, reagiert ein seriöses Unternehmen darauf umgehend und unkompliziert. Sie ärgern sich über ein Inkasso-Büro? Wenden Sie sich an die Beschwerdestelle des BDIU - unter Einreichung der entsprechenden Dokumente als PDF. Das Besondere: Der Verband vermittelt nicht nur zwischen Betroffenen und Mitgliedsunternehmen, sondern auch zwischen Verbrauchern und Inkassofirmen, die nicht Mitglied des Verbandes sind. Service im Sinne der Redlichkeit, der Sie keinen Cent kostet.


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