Artikel vom 19.09.2017

Schulden, Handy, Kleinkredite: Schufa®* für Minderjährige?



Shopping, Kaufen auf Pump, Handynutzung: Jugendliche haben viele Wünsche - unzureichender Finanzkraft zum Trotz, wie aktuelle Studien belegen. Und schließen Verträge unter Vorspiegelung falscher Tatsachen oder verschulden sich ohne Wissen der Eltern. Aber welche Rolle spielt die Schufa®* in diesem Kontext? Und welche Daten werden gespeichert, was wann gelöscht?

Konto, Kreditkarte, Handyvertrag: Schufa®*-Konto U-18

Ja, auch bei Minderjährigen führt die Schufa®* Buch - und zwar sobald diese ein Girokonto, eine Kreditkarte oder einen Handyvertrag beantragen. Allerdings ist lediglich die Meldung von Name, Geburtsdatum und Adresse erlaubt. Die Meldung von Negativmerkmalen ist dagegen nicht gestattet. Geht es lediglich darum, Jugendliche im Umgang mit Geld zu schulen, eröffnet eine Prepaid-Karte, auch Basiskarte genannt, ein probate Alternative zu Schein und Münzgeld: Das - durch die Eltern beantragte - Plastikgeld funktioniert auf Guthabenbasis, Schulden machen ausgeschlossen. Guthaben erschöpft? Bei Bedarf laden hier die Eltern die Karte auf und setzen Limits, ebenso wie manche Anbieter - im dreistelligen Bereich. Ihnen obliegt auch die Überwachung der jeweiligen Käufe, denn das Alter des noch beschränkt geschäftsfähigen Inhabers wird bei einer Transaktion aus Gründen des Datenschutzes nicht übermittelt. Ebenso wenig gehen der Ausstellung einer Prepaid-Karte Schufa®*-Anfrage und Prüfung voraus.

Kreditrahmen erlogen: BGB schützt Minderjährige

Leider stellen Verbraucherschützer immer wieder fest: Kreditinstitute bedienen sich bei Bankgeschäften mit Minderjährigen Vorgehensweisen, die zivilrechtlich bedenklich und mit ordnungsgemäßer Geschäftsführung unvereinbar sind: Weder werden Minderjährige und Eltern über die rechtlichen Rahmenbedingungen der Geschäftsbeziehung verständlich informiert, noch beachtet, dass die Unterschrift der Eltern allein nicht genügt. Denn bereits während der Vertragsverhandlungen zu Kreditvertrag oder Überziehungskredit (Girokonto) zwischen Bank und Minderjährigen - ohne eigenes Einkommen aus Erwerbstätigkeit - ist das Familiengericht einzuschalten. Denn der Grundsatz lautet: Konten Minderjähriger sind auf Guthabenbasis zu führen. Es kommt trotzdem zu einer Kontoüberziehung, etwa weil der Minderjährige den Kredit durch falsche Altersangabe erschlichen hat? Dann kann das Kreditinstitut nur den geliehenen Geldbetrag, aber keine Zinsen verlangen. Eine Negativmeldung bei der Schufa®* entfällt, ebenso die Drohung damit sowie Strafanzeigen wegen Betruges oder das Betreiben von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen - falls es der Jugendliche versäumt, die Überziehung auszugleichen. Allesamt unverhältnismäßig! Schließlich hat die Bank durch ihre mangelhafte Altersprüfung selbst zur Situation beigetragen. Also haften die Eltern für die Schulden ihrer Kinder? Nein, nicht nach deutschem Recht.

Schufa®* engagiert: Minderjährige im Umgang mit Geld schulen

Junge Erwachsene, die Kredite aufnehmen, die ihre Finanzkraft übersteigen? Etwas, das die Schufa®* nach eigener Aussage verhindern will und so schon Minderjährige zum verantwortungsvollen Umgang mit Geld anhalten möchte. Eine spezielle Bildungsinitiative der SCHUFA®* Holding AG unterstützt Schulen und Berufsschulen in deren diesbezüglichen Bemühungen. Auf der Online-Plattform www.wirtschaftswerkstatt.de können sich Jugendliche und junge Erwachsene über Wirtschafts- und Finanzthemen sowie den sensiblen Umgang mit eigenen Daten informieren.

Wissen, wie Jugendliche ticken: Schufa®* Studien

Woher weiß die Schufa®* so viel über Jugendliche und ihren Umgang mit Geld, deren Verschuldungshöhe und darüber, wofür diese welchen Prozentsatz ihres Geldes ausgeben? Unterschiedliche Studien im Schufa®*-Auftrag wie "Jugend und Geld 2005"oder der "Kredit-Kompass", der 18- bis 24-Jährige befragte, werten die gesammelten (Umfrage-)Daten junger Menschen aus - in anonymisierter Form. Mit Ergebnissen, die aufhorchen lassen: Bereits jeder 20. der genannten Altersgruppe hat hier die Eidesstattliche Versicherung (Offenbarungseid) abgegeben. Etliche überheben sich finanziell, indem sie zwar zu Hause ausziehen, aber trotzdem wirtschaftlich unselbstständig bleiben.

Schufa®* Einträge Minderjährige löschen?

Bei Erwachsenen wird ein offener Saldo regelmäßig aktualisiert - bis zur Erledigung. So ist stets erkennbar, inwiefern sich ein Verbraucher mit Zahlungen im Rückstand befindet. Anders bei Kindern und Jugendlichen: Negativmerkmale wie untitulierte Forderungen gegen Minderjährige müssen sofort nach Rückerstattung bzw. Schufa®*-Einträge umgehend nach Erledigung gelöscht werden, wie gekündigte Girokonten oder aufgelöste Kundenkonten bei Versandhändlern. Müssen, aber werden dies nicht immer: Als betroffener Elternteil sollten Sie trotzdem überprüfen, ob eine Meldung an die Schufa®* erfolgt ist, sich im Streitfall an die Schiedsstelle des Kreditinstituts wenden sowie die sofortige Löschung unzulässiger Eintragungen beantragen.


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