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Artikel vom 22.09.2021

Ist das fair? Wenn die SCHUFA®* das Leben schwer macht



Automatisierte Bonitätsabfragen treiben oft seltsame Blüten. Wie im Fall eines Berliner Millionärs, dessen SCHUFA®* zu schlecht für eine Kreditkarte ist. Nicht immer sind fehlerhafte SCHUFA®*-Einträge der Grund. Ein Fall von kritischer Zahlungsmoral in ferner Vergangenheit genügt oft schon, um wichtige Verträge zu verhindern. Hat die SCHUFA®* jedes Maß verloren?

Millionär bekommt keine Kreditkarte

Der Kontostand des Berliners zeigt Millionen. Trotzdem ist sein SCHUFA®*-Score zu schlecht, um eine Kreditkarte zu bekommen oder Carsharing zu nutzen. Er fühle sich behandelt wie ein Krimineller, äußerte sich der Millionär gegenüber Welt Online. Ein Fehler der SCHUFA®*? Nicht in jedem Fall zwingend: Oft sind nur kleine, längst vergessene Verfehlungen beim Zahlungsverhalten der Grund für Vertragsablehnungen, die in keinem vertretbaren Verhältnis zu den Konsequenzen für die betroffenen Verbraucher stehen.

Schlechte SCHUFA®*, keine Teilhabe

Negative SCHUFA®*-Merkmale verhindern den Vertragsabschluss, mit weitreichenden Folgen. Schließlich sind Handyvertrag, Internet-Anschluss, Stromanbieter und Kfz-Haftpflicht keine Luxusbedürfnisse, sondern elementare Alltags-Musthaves. Schon ohne Internetanschluss geht kaum etwas - ob Jobhunting, Wohnungssuche oder Behördengang, alles passiert online. So schließt der gesenkte SCHUFA®*-Daumen Verbraucher mit negativer SCHUFA®* vom Alltagsleben aus. Von jeglicher Kommunikation abgeschnitten im Dunkeln sitzen, immobil, weil ohne Kfz-Pflichtversicherung? Klingt übertrieben, trifft aber das Prinzip: Eine schlechte SCHUFA®* erschwert privates und berufliches Alltagshandeln massiv. Was tun? Die Möglichkeiten, diese Situation auf seriösem Wege zu ändern, sind begrenzt. Aber es gibt sie - und Anbieter, die die Bonität fairer bewerten und nicht nur von einzelnen SCHUFA®*einträgen abhängig machen.

Persönlich verhandeln statt automatisierter SCHUFA®*-Check

Der Weg ist ein individueller, und als solcher ein wenig beschwerlicher. Denn es gilt, den Pfad der automatisierten Bonitätsprüfung zu verlassen. Beispiel Energieversorgung: Zwar muss, wer zahlungskräftig ist, nicht im Dunkeln sitzen. Aber er profitiert nicht vom libralisierten Strommarkt, sondern muss den teureren Strom beim Grundversorger abnehmen. Denn nur dieser nimmt keine Bonitätsprüfung vor. Lässt sich ein günstiger Stromanbieter ohne SCHUFA®* finden? Ja, wo Anbieter ihr Risiko individuell abwägen. Immer mehr treffen Vertragsentscheidungen zugunsten des Kunden: Schließlich sind auch Umsätze durch Kunden mit nicht ganz astreiner SCHUFA®* Einnahmen, die so mancher Anbieter gern mitnimmt. Ähnliches gilt für Internet und Handy auf Raten: Der genaue Blick auf Ratenhöhe und passenden Tarif in Datenvolumen und Flatrate zeigt, was ein bestimmter Kunde monatlich stemmen kann. Doch dazu muss man miteinander sprechen! Hier für sich zu trommeln und dranzubleiben, ist nicht jedermanns Sache, denn das kostet etwas Hartnäckigkeit. Aber auch, wer für Verträge den Umweg über verständnisvolle Freunde nimmt, bezahlt unter Umständen - mit Abstrichen bei der Selbstachtung. Überlegen Sie auch, ob Sie weiter für überteuertes Prepaid-Internet zahlen möchten. Oder diese Tatsache nicht lieber als Argument für sich verwenden wollen: Sehen Sie, das zahle ich seit Monaten an Ihr Unternehmen - qualifiziert mich dies nicht für einen Vertrag?

Was sorgt für diese Vertragsablehnung? Wissen ist Macht

All das betrifft Sie nicht, weil Sie keine Schulden haben? Eine schlechte SCHUFA®* wird oft erst offenbar, wenn ein Vertragsabschluss angestrebt wird - und scheitert. Zeit, eine Selbstauskunft anzufordern, um zu sehen, was die SCHUFA®* oder andere Auskunfteien über Sie gespeichert haben! Schuldenfreiheit ist nicht gleich guter SCHUFA®*-Score: Sie können auf der Prozentskala von 0 bis 100 trotzdem unter dem positiven Top-Bereich von mindestens 95 liegen. Negativ können sich z. B. auswirken:

- noch laufende Kredite
- unregelmäßige Bedienung von Ratenzahlungen
- gekündigte Versicherungen
- häufiger Umzug / Wechsel des Jobs

Verbraucherverhalten, das oft Jahre zurückliegt, während sich die finanzielle Situation längst verbessert hat: Vor kurzem sprach das Oberlandesgericht Schleswig ein wegweisendes Urteil. Die SCHUFA®* darf den Vermerk, dass die Restschuldbefreiung nach Ende des Insolvenzverfahrens erteilt wurde, nur noch sechs Monate speichern. Zuvor währte dieser öffentlich sichtbare Makel drei Jahre - eine deutliche Verbesserung für rehabilitierte Schuldner. Die jetzt früher eine neue Chance bekommen, unverzichtbare Verträge einzugehen und wieder am Alltag teilzunehmen.

Wie lebensnah ist das aktuelle SCHUFA®*-System?

Weiter alles in bar und per Vorkasse zu bezahlen, schränkt den Spielraum unfair ein: Auch Verbraucher, die sich nicht verschulden, straft negative SCHUFA®* durch mangelnde Wahlfreiheit ab - in vielen Fällen nicht zu rechtfertigen. Dabei ist eine SCHUFA®*prüfung per se nichts Schlechtes: Sie schützt Anbieter vor Zahlungsausfällen und Verbraucher davor, sich finanziell zu übernehmen. Aber es fragt sich, wie lebensnah das derzeitige SCHUFA®*-System ist - hat die SCHUFA®* zuviel Macht? Und wie viel sagt ein SCHUFA®*-Score über die tatsächliche Zahlungskraft aus? Fehleinschätzungen rächen sich hier mehrfach: Denn sie behindern nicht nur den betroffenen Verbraucher, sondern schaden auch dem Vertragspartner der Wirtschaftsauskunftei selbst. Kurz: Wer in gutem Glauben an den SCHUFA®*-Bonitätsscore solvente Kunden ablehnt, schneidet sich ins eigene Umsatz-Fleisch!


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