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Artikel vom 26.11.2019

Bonität: Menschen mit geistiger Behinderung und die SCHUFA®*



Sicher mit Geld und Finanzen umgehen - eine wertvolle Schlüsselkompetenz in Alltag und Job, besonders für Menschen mit geistiger und seelischer Behinderung. Jetzt will ein Projekt der SCHUFA®* die Eigenverantwortung dieser Gruppe, die eine negative Selbstauskunft oft besonders hart trifft, stärken. Aber genügt es, mehr über den Umgang mit Geld zu wissen?

Finanz-ABC statt Monopoly

Im Rahmen ihrer Bildungsinitiative namens Wirtschaftswerkstatt will die SCHUFA®* Finanzkompetenzen spielend vermitteln - mit einem Brettspiel. Die Idee richtet sich an Jugendliche mit besonderem Förderbedarf. Das so genannte "Finanz-ABC" kann ab sofort in Bildungseinrichtungen und sozialen Beratungsstellen gespielt werden - und soll die Kompetenz dieser Jugendlichen Umgang mit Geld stärken. Wie treffe ich rund um Mietwohnung, Mobilfunkvertrag, Arbeit und Kontoführung sichere Entscheidungen? Wie erkenne ich Risiken und Gefahren? Solche und ähnliche Fragen beackert das jetzt offiziell vorgestellte Projekt von SCHUFA®* und Bildungswerk der hessischen Wirtschaft (BWHW).

Behinderte oft mit negativer SCHUFA®*

Glaubt man der SCHUFA®* Studie W2-Jugend-Finanzmonitor 2019, haben nicht nur benachteiligte Jugendliche Nachhol- und Förderbedarf in Sachen Geld: Nur sieben Prozent zwischen 16 und 25 bewerten ihre Finanzkompetenz mit gut oder sehr gut. Dabei ist ein besseres Beherrschen des Finanz-ABC gut, ein diskriminierungsfreierer Alltag besser: Wie der Arbeitersamariterbund (ASB) feststellt, sind auch immer mehr Menschen mit Behinderung von Obdachlosigkeit bedroht. Nicht nur Engpass und Mietsteigerungen auf dem Wohnungsmarkt erschweren das Finden einer Wohnung. Viele Menschen mit geistiger und seelischer Behinderung hätten leider auch negative SCHUFA®*-Einträge. Wurde dies bisher durch das Mieten von Wohnungen bei sozialen Trägern aufgefangen, bräche auch dieser Markt jetzt ein: Eigentümer könnten diese, weil rechtlich als Gewerbemietverträge eingestuft, ohne Kündigungsgrund auflösen - um sie dann lukrativ zu veräußern oder teurer zu vermieten. Hier fordert der ASB dringend eine Gesetzesänderung.

Geistig Behinderte - Kunden und Mieter zweiter Klasse?

Als Mensch mit geistiger Behinderung einen Kredit zu bekommen, erweist sich ebenfalls als steiniger Weg - auch dort, wo kein Vormund aufgrund eingeschränkter Geschäftsfähigkeit mitredet. Offiziell darf sich geistige Einschränkung selbstredend nicht auf die Kreditvergabe auswirken. Außerdem haben - entgegen landläufiger Meinung - auch geistig Behinderte ein Recht auf ihr Erbe. Wohnung mieten? Kein Mensch mit Handicap muss seinen Vermieter vor Abschluss des Mietvertrags über seine geistige Behinderung informieren. Denn diese darf ihn als Mietinteressenten nicht benachteiligen, so der Deutsche Mieterbund.

SCHUFA®*: Selbstauskunft und Score diskriminierungsfrei

Trotzdem: Immer wieder berichten Betroffene, dass die SCHUFA®* ihnen als Behinderten ein zufriedenstellendes bis erhöhtes Risiko attestiere. Ein unabweisbarer Nachteil, wo sich Geldinstitute, Telefonanbieter und Onlineshops darauf stützten. Zufall? Mit kaum nachvollziehbaren Einschätzungen der Bonität sind Menschen mit geistig-seelischer Einschränkung allerdings in guter Gesellschaft gesunder Verbraucher, die unverschuldet als Risikofall bewertet werden. Offiziell betont die SCHUFA®*: Vergebene Scores sind unabhängig von diskriminierenden Faktoren - wie Herkunft oder Behinderung.

Positive Merkmale machen noch keinen Top-Score

Wie SCHUFA®*-Bewertungen allerdings zustande kommen, bleibt weiter intransparent, weil Geschäftsgeheimnis. Unabhängige Recherchen zeigen jedoch: Auch positive Informationen, etwa, weil keine Zahlungsausfälle vorliegen, machen noch keinen Top-Score. Denn bei jedem Achten mit ausschließlich positiven Merkmalen vermeldet der Basisscore lediglich ein zufriedenstellendes bis erhöhtes oder hohes Risiko. Worauf genau basiert diese Bewertung? Details erfährt man nicht. Verbraucherschützer wie Professor Gerd Gigerenzer, Sachverständiger für das Bundesministerium für Justiz, fordert mehr Transparenz und Offenheit Verbrauchern gegenüber. Was weiß die SCHUFA®* über mich? Eine Selbstauskunft verrät zwar nicht den Score-Algorithmus, aber durchaus Erhellendes zum Thema Bonität.


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