Artikel vom 05.05.2017

Welche Daten speichert die Schufa eigentlich?



Die Schufa Holding AG ist neben den Unternehmen Creditreform Boniversum GmbH, Deltavista GmbH, Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH und der Consumer Data GmbH die größte Auskunftei Deutschlands. Bei der Auskunftei wird beispielsweise beim Abschluss eines Mobilfunkvertrags, einer Kreditanfrage oder auch beim Anmieten einer Wohnung eine Auskunft über die Kreditwürdigkeit eines Verbrauchers eingeholt. Dies ist selbstverständlich nur möglich, wenn im Vorfeld Daten gesammelt werden.

Die Daten der Schufa stammen aus vielen verschiedenen Quellen

Laut Wikipedia verwaltet die Schufa Holding AG mehr als 797 Millionen Einzeldaten zu 66,4 Millionen Personen in Deutschland. Dazu kommen noch etwa 5,2 Millionen Datensätze zu Firmen und Unternehmen. Die Daten, mit der die Schufa die verschiedenen Scores zur Kreditwürdigkeit berechnet, stammen aus den unterschiedlichsten Quellen. Dies sind zum Beispiel die Geschäftspartner der Auskunftei. Zu diesen Partnern gehören unter anderem Banken, Versicherungen, Telekommunikationsunternehmen, Kaufhäuser, Leasinggesellschaften und Firmen und Unternehmen aus dem Versandhandel. Viele Daten erhält die Schufa auch aus den Schuldnerverzeichnissen von den zuständigen Amtsgerichten. Damit die Daten der Geschäftspartner an die Schufa weiter gegeben dürfen, unterzeichnen Verbraucher in ihren Verträgen eine sogenannte Schufa-Klausel. Alle weiteren Daten erfährt die Schufa nach dem Bundesdatenschutzgesetz. Darin ist vorgesehen, dass das Einholen und Speichern von persönlichen Daten zulässig ist, wenn sie zur Wahrung der Interessen der speichernden Stelle notwendig sind.

Welche Daten speichert die Schufa über Konsumenten eigentlich?

Vielen Konsumenten in Deutschland ist überhaupt nicht bekannt, welche Daten die Schufa Holding AG über sie speichert. Zum einen werden Daten zur Person, wie der Vor- und Zuname, das Geburtsdatum, die aktuelle Anschrift und eventuelle vorherige Anschriften gespeichert. Dazu kommen Daten über Girokonten, Kreditkarten, Mobilfunk- und Leasingverträge sowie Ratenzahlungsgeschäfte und Kredite. Auch mögliche Bürgschaften werden in der Schufa-Auskunft vermerkt. Bei der Schufa werden bei diesen Datensätzen positive und negative Eintragungen vermerkt. Aus den vorhandenen Daten kann die Auskunftei, dank verschiedener, streng geheimer Algorithmen verschiedene Schufa-Scores berechnen. Diese Scores entscheiden letztendlich über die Kreditwürdigkeit des Konsumenten.

Nur Vertragspartner und Konsumenten selbst können eine Schufa-Auskunft anfordern

Pro Jahr bearbeitet die Schufa etwa 130 Millionen Anfragen zur Kreditwürdigkeit. Diese Anfragen werden ausschließlich von den Vertragspartnern der Schufa oder von den Konsumenten selbst angefragt. Die Anfragen werden bei der Schufa in sogenannte A-Auskünfte und B-Auskünfte eingeteilt. A-Auskünfte werden üblicherweise nur an Banken, Kreditinstitute oder Telekommunikationsanbieter erteilt. Die Auskünfte sind sehr weitreichend und enthalten detaillierte Informationen, bei welchen Kreditgebern der Konsument verschuldet ist. Die B-Auskunft ist für Versand- oder Einzelhändler relevant, die ein Ratengeschäft mit einem Konsumenten abschließen möchten. Die Schufa-Auskunft enthält nur Informationen über offene Zahlungsverpflichtungen. Wo und bei wem diese Zahlungen geleistet werden müssen, erfährt der Vertragspartner nicht.

Konsumenten sollten einmal jährlich eine Selbstauskunft bei der Schufa anfordern

Die Daten, die der Schufa vorliegen, sind nicht immer korrekt oder aktuell. Daher hat jeder Konsument die Möglichkeit, einmal jährlich eine kostenlose Schufa-Auskunft anzufordern. Ein Formular für eine kostenlose Auskunft wird auf der Webseite der Schufa als Download zur Verfügung gestellt. Dieser muß ausgedruckt und an die Schufa Holding AG verschickt werden. Alternativ gibt es auf Selbstauskunft.com die Möglichkeit einen Antrag online zu erstellen und zu versenden. Die Auskunft wird dem Konsumenten etwa zwei bis drei Wochen nach der Beantragung ebenfalls auf dem Postweg zugesendet. Etwaige Fehler in den vorhandenen Daten können dann berichtigt werden.

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