Artikel vom 27.07.2016

Neue Regelung: Möglichkeit zur vorzeitigen Löschung bei kurzfristigem Zahlungsausgleich



Die SCHUFA ist unter anderem Vertragspartner von Versandhandels- und Mobilfunkunternehmen sowie von Banken, Sparkassen und sonstigen Finanzinstituten, die bei Vorliegen eines berechtigten Interesses Informationen zum Zahlungsverhalten ihrer Kunden abfragen können. Die SCHUFA speichert sowohl Positivmerkmale als auch Negativmerkmale, die regelmäßig auch nach Erledigung der Forderung noch weitere drei Jahre im Datenbestand der SCHUFA gespeichert sind. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, negative Informationen vorzeitig aus der SCHUFA-Datenbank löschen zu lassen.

Datenspeicherung durch die SCHUFA: Negativmerkmale und Positivmerkmale

Zu den Negativmerkmalen, die von der SCHUFA gespeichert werden, gehören auch Informationen über nicht vertragsgemäßes Handeln. Diese werden von den Vertragspartnern an die SCHUFA weitergeleitet. Dabei kann es sich um Zahlungsstörungen handeln, die bei der Rückzahlung eines Kredites auftreten, oder um die Kündigung eines Kontos. Zu den Negativmerkmalen gehören auch Informationen aus öffentlichen Verzeichnissen. Gemeint sind die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung oder die Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens. Die Übermittlung von Daten an die SCHUFA ist häufig nur mit dem Einverständnis des Verbrauchers möglich. In vielen Verträgen gibt es deshalb eine SCHUFA-Klausel, die aufgrund des Kleingedruckten von Verbrauchern häufig übersehen wird. Mit Ihrer Unterschrift geben Sie als Verbraucher Ihr Einverständnis, dass die mit diesem Vertrag in Zusammenhang stehenden Informationen an die SCHUFA weitergeleitet werden dürfen. Sie haben als Kunde die Möglichkeit, die Übermittlung der Daten abzulehnen mit der Konsequenz, dass das Geschäft möglicherweise nicht zustande kommt.

Die SCHUFA speichert auch sogenannte Positivmerkmale, die sich auf vertragskonformes Verhalten von Verbrauchern beziehen. Ein Beispiel ist die ordnungsgemäße Rückzahlung eines Kredites. Außerdem sind bei der SCHUFA Informationen über die Eröffnung eines Kontos, über die Aufnahme eines Kredites, über die Beantragung einer Kreditkarte, über einen Ratenkauf oder über den Abschluss eines Mobilfunkvertrages gespeichert. Nicht gespeichert werden bei der SCHUFA Daten, die den Beruf betreffen. Das gilt auch für die Höhe des Einkommens, für die Nationalität, den Familienstand und die Vermögensverhältnisse.

Wann eine vorzeitige Löschung möglich ist

Unter bestimmten Voraussetzungen können gesamtfällig gestellte Forderungen vorzeitig aus dem Datenbestand der SCHUFA gelöscht werden, nämlich dann, wenn ein kurzfristiger Zahlungsausgleich erfolgt. Diese neue Regelung wurde für Verbraucher mit kurzfristigen finanziellen Engpässen geschaffen. Sie erhalten als Verbraucher so die Chance, einmalige finanzielle Zahlungsengpässe durch eigenverantwortliches Handeln wieder zu korrigieren. Das wird dadurch belohnt, dass die vorzeitige Löschung des Eintrages eine langfristige Wirkung unterbindet.

So funktioniert die vorzeitige Löschung

Um eine vorzeitige Löschung solcher Forderungen aus dem SCHUFA-Datenbestand zu erreichen, müssen diese Voraussetzungen erfüllt sein:

1. Die Forderung wurde der SCHUFA erstmals nach dem 1. Juli 2012 mitgeteilt.
2. Die Höhe der Forderung beträgt weniger oder gleich 2.000 Euro.
3. Die offene Forderung wurde innerhalb eines Zeitraumes von sechs Wochen beglichen. Innerhalb dieser Frist muss der Gläubiger der SCHUFA mitteilen, dass diese Forderung beglichen wurde.
4. Es darf sich nicht um eine titulierte Forderung handeln. Eine titulierte Forderung liegt noch nicht vor, wenn bereits das gerichtliche Mahnverfahren durch Erlass eines Mahnbescheides aufgenommen wurde. Eine Forderung ist erst dann tituliert, wenn durch das zuständige Amtsgericht ein Vollstreckungstitel ausgestellt wurde. Insoweit ist allein der Erlass eines Vollstreckungsbescheides noch keine titulierte Forderung.

Sobald eines der genannten Kriterien nicht erfüllt ist, bleibt die Forderung wie bisher mit dem Vermerk "erledigt" bis zum Ende der Speicherfrist im SCHUFA-Datenbestand gespeichert, wobei die Speicherfrist regelmäßig drei Jahre beträgt.

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