Artikel vom 28.10.2014

Neue Datenbank der Schufa macht Datenschützer misstrauisch



In den letzten Jahren haben sich Betrüger bei Banken und Sparkassen, mit manipulierten Baufinanzierungen, etwa 75 Millionen Euro erschlichen haben. Nach einer Umfrage sind deutschlandweit viele Geldinstitute betroffen. Mit einer neuen Betrugsdatenbank, dem Fraudpool, will die Schufa diese Betrügereien verhindern.

Seit Juli 2014 ist die neue Betrugsdatenbank in Betrieb

Die Vorgehensweise dieser Betrüger ist sehr simpel und wird so gut wie nie rechtzeitig aufgedeckt. Nach dem Eröffnen eines Girokontos mit gefälschten Ausweisen, werden mit manipulierten Lohn- und Gehaltsabrechnungen zumeist Baufinanzierungen beantragt. Nach der Genehmigung der Finanzierung ist das Geld und die Betrüger verschwunden. Im Juli diesen Jahres wurde aus diesem Grund von der Schufa die neue Betrugsdatenbank in Betrieb genommen. Zu den Kunden gehören mittlerweile 19 Geldinstitute in Deutschland. Auch die große spanische Santander Bank, mit mehr als sechs Millionen Kunden, gehörte zu den ersten Instituten, die den neuen Service der Schufa nutzen.

Datenschützer bemängeln die Rechtsgrundlage der neuen Datenbank

Deutschlands Datenschützer stehen der neuen Datenbank misstrauisch gegenüber. Die Aufsichtsbehörden der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Hamburg bezweifeln ob für diesen Pool eine Rechtsgrundlage besteht. Außerdem können in diesem Pool Bürger gespeichert werden, die unschuldig sind. Laut der Datenschützer werden auch auffällige Bürger in der Datenbank geführt, bei denen keine Straftat vorliegt. So können Personen, die öfter ihren Wohnort wechseln, schon als auffällig gelten. In Schleswig-Holstein überprüfen die Datenschützer teilnehmende Banken. Falls die Institute gegen bestehendes Recht und den Datenschutz verstoßen, möchten die Datenschützer eine Anordnung auf Unterlassung erwirken. Auch ein Bußgeldverfahren könne im Falle eines Verstoßes eingeleitet werden.

Die Schufa sieht sich mit dem Fraudpool im Recht

Da mit den erfassten Daten gesetzliche Vorgaben umgesetzt würden, verteidigt die Schufa den Einsatz der neuen Datenbank. Mit den gesammelten Datensätzen werden die Interessen von ehrlichen Bürgern und Unternehmen gewahrt. Entstehende finanzielle Schäden durch Betrug, die auf ehrliche Bankkunden abgewälzt würden, entstehen überhaupt nicht. Schon seit dem Frühjahr bietet die Schufa für Banken und Geldinstitute, spezielle Seminare und Branchentreffs zum Thema an. Bis Mitte Oktober finden insgesamt 16 Veranstaltungen statt, die Einblick in die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich dem SCHUFA-FraudPool-Verfahren (Betrugsverdachtsdatenbank) gewähren. Auch Lösungen zum Thema Fraud-Prevention und Compliance werden angeboten. Hierzu gehört beispielsweise das Erkennen, gefälschter oder manipulierter Ausweise und Dokumente.

Mitbewerber planen ähnliche Datenbanken

Da die Rechtslage der neuen Schufa-Datenbank noch nicht geklärt ist, halten sich Mitbewerber der Auskunftei bislang zurück. Auch hier sind ähnliche Datenbanken gegen betrügerische Finanzierungen geplant. Gegenüber den Verbraucherräten des Landes betont die Schufa ausdrücklich, dass das gesamte Verfahren rechtskonform ist und Fragen zum Datenschutz mit den zuständigen Behörden abgestimmt werden. Betroffene Bürger und Unternehmen werden von der Schufa selbstverständlich, auf Verlangen, informiert.

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