Artikel vom 28.10.2014

Kostenlose oder kostenpflichtige SCHUFA-Auskunft?



Es gibt durchaus Unterschiede zwischen den beiden Varianten, die Verbraucher bei der SCHUFA eine Selbstauskunft anfordern. Ins Auge fällt auf der Internetseite der Wirtschaftsauskunftei natürlich die kostenpflichtige Ausführung, die für 24,95 Euro relativ schnell geliefert wird. Allerdings gibt es durchaus einige Unterschiede zur kostenlosen SCHUFA-Auskunft, die einmal im Jahr angefordert werden kann.

Bei Bezahlung schnellere Lieferung

Die zügig erstellte und gelieferte kostenpflichtige Selbstauskunft von der SCHUFA beinhaltet zum einen eine Aufstellung aller Verträge mit Kreditinstituten, Telefonanbietern oder ähnlichen Dienstleistern. Zum anderen wird der SCHUFA-Basis-Score ausgehändigt, in den die unterschiedlichsten Informationen einfließen - oder eben nicht. Die angegebene Prozentzahl bezieht sich auf die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kredit des betreffenden Verbrauchers ausfallen würde: Beläuft sich der Score-Wert also auf 85, beträgt die Ausfallwahrscheinlichkeit 15 Prozent. Allerdings ist die genaue Berechnungsformel nach wie vor geheim, auch die herangezogenen Informationen und Daten können nicht eindeutig zugeordnet werden.

Datenbasis für SCHUFA-Auskunft

In jedem Fall werden das Geburtsdatum und das Geschlecht bei der Berechnung berücksichtigt, darüber hinaus sind die Adressenwechsel für die Bonitätswächter interessant. Selbstverständlich müssen die Kreditaktivitäten, die für den Verbraucher innerhalb der letzten 12 Monate verzeichnet wurden, mit einfließen, und zwar sowohl die Art und die Anzahl als auch die Laufzeit der Finanzierungen. Je mehr Kreditinstitute involviert sind, desto höher steigt die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls. Wird allerdings ein langfristiger Kredit regelmäßig bedient, spricht dies wiederum für die Seriosität und Solidität des Verbrauchers. Einen großen Posten machen die Zahlungsstörungen aus, zu denen nicht nur geplatzte Kredite zählen. Mahnverfahren oder verpasste Zahlungsziele bei Handelsunternehmen oder Dienstleistern können sich ebenso negativ auf den Score-Wert auswirken wie nicht erfüllte Kreditrückzahlungen.

Branchen-Scores bei der SCHUFA

Je nach anfragendem Handelsunternehmen oder Dienstleister kann die SCHUFA auf der Grundlage der vorliegenden Daten spezifische Branchen-Scores errechnen, wie beispielsweise für Banken und Sparkassen, Telefon- oder Stromanbieter, aber auch Handelsunternehmen oder Gewerbetreibende. Die Wichtung der einzelnen Daten fällt dabei unterschiedlich aus: Hat ein Verbraucher beispielsweise fünf Handyverträge und sonst keinerlei Zahlungsstörungen vorzuweisen, kann der Score-Wert für einen Telefonanbieter deutlich schlechter ausfallen, als dies für eine Bank der Fall wäre. Ebenso schwierig kann sich die Situation gestalten, wenn mehrere Giro-Konten registriert werden und die allgemeinen Statistiken aussagen, dass in diesen Fällen von einem erhöhten Risiko des Ausfalls von Immobilienkrediten auszugehen ist. Für sich isoliert gesehen, können diese Branchen-Scores also nur bedingt eine fundierte Aussage liefern, sie müssen immer im Zusammenhang mit anderen Daten ausgewertet werden.

Kostenlose Selbstauskunft informativer

Die Informationsflut in der kostenlosen SCHUFA-Selbstauskunft ist jedoch für den Verbraucher selbst deutlich umfangreicher, denn sie ist geregelt als Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz. Pro Jahr nehmen rund 700.000 Verbraucher diese Möglichkeit wahr - und müssen sich mit den langen Bearbeitungszeiten auseinandersetzen. Die SCHUFA sieht hierin keinen Verstoß der gesetzlichen Richtlinien, wie sie zum Beispiel gegenüber der Online-Ausgabe des Handelsblattes vom 5. August 2014 betonte. Die Daten würden aktuell per Eingang der Anfrage erstellt, dies benötige eben seine Zeit.

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