Artikel vom 02.01.2018

Kfz-Versicherung: Keine Chance bei negativer Schufa?



Herzlichen Glückwunsch - zum neuen Auto! Und verständlich, dass Sie sich nicht sofort mit Unfallfolgen beschäftigen möchten. Nach dem Crash gehen die Schäden oft in die Hunderttausende. Außerdem ist Ihre Schufa denkbar schlecht: Ist negative Bonität ein Grund, Ihnen den Abschluss der Kfz-Versicherung zu verweigern?

Kfz-Versicherung: Eine Pflichtversicherung, aber ...

Nein, denn diese Versicherung ist Ihr gesetzlich verbrieftes Recht - prinzipiell. Eine Autoversicherung ist eine Pflichtversicherung: Jeder, der ein Fahrzeug oder Anhänger mit Standort innerhalb Deutschlands besitzt bzw. dessen Halter ist, muss laut § 1 Straßenverkehrsgesetz (StVG) eine Kfz-Haftpflicht abschließen, um Personen-, Sach- und Vermögensschäden abzusichern, die durch den Gebrauch des Kfz entstehen können. Teil- oder Vollkasko sind dagegen nicht zwingend. Trotzdem dürfen Versicherer Antragsteller mit negativer Schufa ablehnen, falls massive Zweifel an deren Zahlungsfähigkeit begründet sind. Sie befinden sich in Privatinsolvenz, haben die eidesstattliche Versicherung (früher: Offenbarungseid) abgegeben? Ihnen wurde in der Vergangenheit schon einmal die Kfz-Versicherung gekündigt? All dies sind Gründe für Versicherer, eine Ablehnung durchzusetzen.

Schlechte Schufa = Versicherter 2. Klasse

Dagegen sind unbezahlte Kreditraten oder Onlineshop-Rechnungen keine Ablehnungsargumente - aber Grund genug, in Ihrem Fall den Leistungskatalog einzuschränken: Vielleicht gewährt man Ihnen nur die Haftpflicht, sprich, den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestschutz, beschränkt also die Deckungssumme auf die gesetzliche Untergrenze. Weitere Zusatzleistungen und Sondervereinbarungen werden abgelehnt. Bei schlechter Schufa erhalten Sie oft keinen Kaskoschutz oder man verlangt jährliche Zahlungsweise von Ihnen. Hart, aber fair und für jeden seriösen Anbieter Standard bei Abschluss neuer Finanz- und Versicherungsprodukte: Die Bonitätsprüfung über die Schufa, um Gewissheit über Ihre finanzielle Situation zu erlangen. Nur so schieben Autoversicherer unzuverlässigen Beitragszahlern einen Riegel vor. Und nicht wenige Kfz-Versicherungen nimmt Bonität auch in den Blick, um höchst individuelle Tarifkonditionen zu berechnen. Einzige gute Nachricht: Nicht jede Kfz-Versicherung zieht all diese Register gleichzeitig.

Kfz-Versicherung ohne Schufaprüfung?

Ebenso wie im Bereich Kredit wimmelt das Web auch hier von unseriösen Angeboten. Vorsicht ist angesagt, denn Stichproben zeigen: Die Tarife von Kfz-Versicherern, die keine Bonitätsprüfung anfragen, liefern - ebenso wie renommierte Unternehmen der Branche bei schlechter Bonität - keinesfalls bessere Konditionen, sondern ebenfalls nur eingeschränkte Leistungen und den Mindestschutz. Aber verlangen dafür fast immer Zahlung per Vorkasse - besser Finger weg! Stattdessen sollte Ihr Anbietervergleich bei negativer Schufa umso gründlicher ausfallen: Nicht jede Autoversicherung interpretiert die Bonitätsprüfungen gleich streng.

Besser: Ehrlich sein, aber persönliche Pluspunkte betonen

Beim Nutzen von Vergleichsrechnern sollten Sie direkt jährliche Zahlungsweise, sich selbst als einzigen Fahrer sowie das knappste Leistungsangebot wählen - dies erhöht Ihre Chancen, als Versicherungsnehmer akzeptiert zu werden. Oder Sie machen sich gleich ehrlich, spielen mit offenen Karten und nehmen direkt persönlich Kontakt auf. Schildern Sie Ihre Situation und fragen Sie die jeweiligen Versicherer: Wie gehen Sie bei Antragswünschen mit dem Thema Bonitätsprüfung um? Überlegen Sie außerdem, was Sie Ihrem Gegenüber (an-)bieten können: Zuvor Beiträge stets regelmäßig gezahlt und viele Jahre unfallfrei gefahren? Sie haben ein geregeltes Einkommen, was Gehaltsnachweise belegen? Sicherheiten, die für Sie, Ihre Zahlungsmoral und Ihre Liquidität sprechen - jeder negativen Schufa zum Trotz.

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