Artikel vom 29.01.2016

Aktuelle Warnung der Verbraucherzentralen: Fallstricke beim Lesen der SCHUFA Selbstauskunft



Mitte Januar 2016 kritisierten die Verbraucherzentralen die SCHUFA für die Selbstauskunft einmal mehr stark. Die Schrift sei zu klein, wichtigste Informationen seien auf dem Dokument nur schwer zu finden. Sie wirke ohne passende Kenntnisse auf die meisten Menschen nichtssagend. Und noch schlimmer: Viele Werte seien oft falsch. Man solle deshalb als Verbraucher jedes Jahr die Selbstauskunft anfordern, um zu kontrollieren, ob alles korrekt sei. Dieser Beitrag soll basierend auf der Kritik der Verbraucherzentralen helfen, die Fallstricke der SCHUFA Selbstauskunft zu erkennen, um zu vermeiden, dass man das Dokument falsch versteht oder das Fehler zum eigenen Nachteil bestehen bleiben.

Die wichtigste Information: Der Basisscore
De wichtigste Information, welche die Selbstauskunft gibt, ist der Basisscore. Der entsprechende Wert befindet sich vor den anhängenden Tabellen (Seiten drei bis fünf) am Ende des Dokuments - also unten auf Seite zwei. Zu lesen ist eine Zahl zwischen Eins und Hundert. Generell gilt: Je höher der (Prozent-)Wert ist, der hier abgedruckt wurde, desto besser. Wer einen Score zwischen 95 und 97,5 Prozent erreicht (höher ist praktisch ausgeschlossen), der bekommt Kredite in aller Regel ohne Probleme, da es faktisch kein Risiko gibt. Werte zwischen 90 und 95 Prozent stehen für ein zufriedenstellendes bis erhöhtes Risiko. Zwischen 80 und 90 Prozent spricht man von einem erhöhten bis hohen Risiko. Liegt der SCHUFA Basisscore zwischen 50 und 80 Prozent, so glaubt die Auskunftsei an ein sehr hohes Risiko des Zahlungsausfalls. Bewegt sich der Wert sogar unter 50 Prozent gilt das Risiko als sehr kritisch. Wer hier landet, hat praktisch keine Chance auf einen Kredit, Handyvertrag oder ähnliches.

Wie sich der Basisscore genau berechnet, zeigen die anhängenden Tabellen. Die Verbraucherzentralen raten, diese genau zu studieren. Hier wird für jeden Vertragspartner, mit dem man bereits zusammenarbeitet und der seine Daten an die Auskunfstei weitergibt, der spezielle Score aufgezeigt. Man findet hier also seine Bewertungen von der eigenen Bank, dem Telefonanbieter usw. - diese Werte werden alle für den Basisscore herangezogen, allerdings nicht notgedrungen gleichgewichtet. Eine Hausfinanzierung ist beispielsweise bedeutender als ein Handyvertrag. Zu beachten ist auch stets, dass es nicht um die Höhe der Verschuldung geht, sondern darum, ob die Person stets ihren Zahlungsverpflichtungen nachgekommen ist.

Seite zwei: Wer hat sich erkundigt?
Laut der Verbraucherzentralen soll man auch Seite zwei genau in Augenschein nehmen: Nicht unerhebliche Überraschungen warten hier nämlich direkt über dem Basisscore auf viele Leser der Selbstauskunft. Hier befindet sich die sogenannte Kredithistorie. Faktisch handelt es sich um eine Liste aller Unternehmen, die in der Vergangenheit bei der SCHUFA Informationen über die betreffende Person angefordert haben. Die Liste ist in der Regel länger als die meisten Menschen vermuten. Berechtigt zu einer solchen Anfrage sind nur die Firmen bzw. Vertragspartner, denen dies sofort schriftlich durch Unterschrift der jeweiligen Person gestattet worden ist.

Seite eins: Die persönlichen Daten
Seite eins enthält schließlich die persönlichen Daten. Die spannendste Information hier befindet sich unterhalb der aktuellen Adresse. Die SCHUFA schlüsselt auf, wann man das erste Mal bei der Auskunftsei gespeichert worden ist.

Wer einen Fehler in der Selbstauskunft findet, sollte diesen der SCHUFA melden, um zu verhindern, dass sich jener möglicherweise negativ auswirkt. Dies gilt insbesondere für Score-Wertungen, die aufgrund von vermeintlichen Zahlungsausfällen zustande gekommen sind. Eine sofortige Korrektur solle man einfordern, so die Verbraucherzentralen.

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